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Konsumideologie. Von Bio-Bananen, Postdemokratie und Grünem Kapitalismus

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Konsumideologie

Von Bio-Bananen, Postdemokratie und Grünem Kapitalismus

Banken tun es, Autohersteller tun es, sogar Flugunternehmen, Kaffee-Produzenten sowieso: sie versehen ihre Waren mit grünen Siegeln. Die ökologische Krise ist allgegenwärtig, längst kämpfen offenbar auch Unternehmen (medienwirksam) dagegen an. Das Narrativ: wir können unseren Planeten retten, ohne dabei Grundlegendes an unserer Lebensweise verändern zu müssen. Wir müssen nur richtig konsumieren!

Diese Versuche – heißen sie nun „Grüner Kapitalismus“, „nachhaltiges Wachstum“ oder „ökologische Modernisierung“ – sind nachweislich zum Scheitern verurteilt. Beim Schlagwort „nachhaltiger Konsum“, so die These dieses Buches, geht es weniger um die Bearbeitung der ökologischen Krise als vielmehr um die Erschließung neuer kapitalistischer Akkumulationsfelder, letztlich um die ideologische Aufrechterhaltung bestehender Macht- und Herrschaftsverhältnisse.

In „Konsumideologie“ versucht der Autor an Herbert Marcuse anknüpfend eine neue Perspektive auf die gegenwärtige ideologische Funktion von Konsum zu entwerfen. Handlungsanleitend ist dabei Marcuses These aus den 1950ern, wonach Konsum als die Ideologie zur Integration der (oppositionellen) Massen ins kapitalistische System fungiert. Marcuses Überlegungen sind heute aktueller denn je – doch kollidiert die Entpolitisierung der Massen aufgrund ihrer Ressourcenintensität unweigerlich mit ökologischen Grenzen.

In einem ersten, eher theoretisch angelegten Teil werden Marcuses Thesen einer theoretischen und begrifflichen Überarbeitung unterzogen und um die Überlegungen von Ernesto Laclau und Slavoj Žižek ergänzt. Dies soll eine adäquate Analyse der gegenwärtigen Funktion von Konsum in den Postdemokratien des Globalen Nordens erlauben. Im zweiten Teil werden mittels dieser Überlegungen konkrete, gegenwärtige „ideologische Symptome“ in den Blick genommen: wieso wehrt sich ein deutscher Verkehrsminister entgegen jedweder wissenschaftlicher Evidenz mit Händen, Füßen und Bild-Interviews gegen ein Tempolimit auf deutschen Autobahnen? Wieso beharren Vertreter*innen der Jungen Union so vehement auf ihren jährlichen Ballermann-Trip? Und welchen ideologischen Ab-Grund teilen sich derlei Artikulationen mit Bio-Bananen und unpolitischen Gewaltexzessen?

Die Antwort, die dieses Buch zu geben versucht, ist, dass diese, für sich betrachteten Kleinigkeiten, Unebenheiten des Alltags, auf eine größere, systemische ideologische Dysfunktionalität verweisen. Um diese in den Blick zu bekommen, braucht es ein Verständnis von Konsumideologie als Ergebnis einer „Politik der jouissance“, der gezielten Stimulation und Administration von (Konsum-)Bedürfnissen.

Anhand des Entwurfs einer „demokratischen Politik der jouissance“ werden im Schlusskapitel potentielle emanzipatorische Alternativen zur gegenwärtigen postdemokratischen Konsumgesellschaft aufgezeigt – entsprechend Marcuses Leitsatz, dass stets „Kräfte und Tendenzen vorhanden sind, die diese Eindämmung durchbrechen und die Gesellschaft sprengen können“.

Aus dem Verlagsprogramm

Greß, Johannes:
Konsumideologie
Von Bio-Bananen, Postdemokratie und Grünem Kapitalismus
Herbst 2021
Kartoniert
Schmetterling
ISBN 3-89657-037-4

Ca. 15,00 EUR

(voraussichtl. Ladenpreis
inkl. MwSt., zzgl. Porto)

 

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